Wie sicherlich viele wissen bin ich aktuell auf der Suche nach einem neuen Projekt. Trotzdem springe ich nicht auf jedes Projekt, welches mir zu Dumpingpreisen angeboten wird, an. Schliesslich hat Qualität ihren Preis und auch der Porsche- händler verkauft seine Luxuskarossen nicht zu Schleuderpreisen nur weil drei Fahrzeuge auf dem Hof stehen.
An Dreistigkeit kaum zu überbieten sind einige englischsprachigen Recruiter. Ich bin nun seit einer Woche verfügbar und war in dieser Zeit Skifahren um die “Batterien” vom Projektstress wieder zu laden. Man muss zugeben, dass diese Recruiter recht fix sind und mich bereits kurz bevor ich verfügbar wurde kontaktiert haben. Daraufhin habe ich meinen Stundensatz und meinen Tätigkeits- schwerpunkt genannt. Das Lustige dabei ist, dass beinahe täglich ein Mitarbeiter dieser Buden anruft und immer wieder genau diese beiden Informationen abfragt.
Man könnte meinen, dass wir in einem informationellen Steinzeitalter leben, in dem das Speichern solcher Informationen ein Vermögen kostet und es günstiger ist von London aus in die Schweiz anzurufen. Egal – wieder zurück zum Thema.
Heute hat mich wieder einer dieser Typen kontaktiert. Diesmal hat er grob übersetzt folgendes gemeint: “Sie sind ja nun doch schon einige Zeit verfügbar, wollen Sie Ihren Stundensatz nicht mal senken? Sonst finden Sie doch nie ein Projekt”. Daraufhin habe ich ihm freundlich zu verstehen gegeben, dass das Gespräch nun beendet ist.
Die Masche dieser Recruiter ist es abzuwarten bis der Freiberufler mürbe geworden ist und ihn dann für ein Butterbrot auf dem schweizer oder deutschen Markt einzusetzen und eine hohe Provision einzustreichen. Da arbeite ich doch lieber mit Agenturen vor Ort. Hier ist die Professionalität deutlich höher und ich habe auch nicht das Gefühl, dass mich jemand so dreist abzocken will.
Schliesslich ist die Schweiz klein und die Reputation schnell beschädigt. Zudem ist die Konzurrenz unter den Agenturen gross. Keine Agentur möchte es sich mit guten Entwicklern, Architekten, Business Analysten, Testern oder Prjektleitern verderben. Dieses Konzept scheint mir deutlich nachhaltiger zu sein, als mit den Ängsten den Freelancer zu spielen um diese im Preis zu drücken. Schliesslich führen nicht nur Recruiter Blacklisten von Freiberuflern sondern auch umgekehrt.

