In der vergangenen Woche hatte ich die Gelegenheit die Consumer Preview von Windows 8 zu begutachten. Die neue Metro-Oberfläche bietet viele neue Möglichkeiten und unterstützt den Benutzer insbesondere bei Kommunikationstasks durch Effizienz. Microsoft schliesst sich mit dem neuen Betriebssystem der Strategie von IOS und Android an und setzt auch auf Apps und einen Appstore. Die Apps können gleichermassen auf Desktop, Tablet und Phone verwendet werden. Damit werden die Plattformen vereinheitlicht und dem Nutzer entsteht der Mehrwert, dass die Anwendungen auf allen Windows Geräten genutzt werden können.
Für die Programmierung setzt Microsoft nicht etwa auf Silverlight sondern mit WinRT auf eine neue Klassenbibliothek. Zudem läuft der Internet Explorer 10 “pluginfrei” und supportet daher kein Silverlight mehr. Natürlich kann man durch Wechseln in den Classic-Mode weiterhin Plugins und damit auch Silverlight ausführen. Weitere Infos zum Thema WinRT finden Sie unter: http://www.winrt.de/
Im letzten Artikel über die Zukunft von Silverlight habe ich die Situation noch komplett anders eingeschätzt. Doch meines Erachtens hat sich mit Windows 8 und der Strategie, auf WinRT zu setzten, die Lage drastisch verändert. Positiv zu erwähnen ist, dass sich Silverlight bzw. WPF und WinRT in der Programmierung nicht allzusehr unterscheiden. Nach wie vor werden Views in XAML definiert und via DataBinding ans ViewModel gebunden. Auch in Punkto Styling und Resourcehandling hat sich nicht viel verändert. Somit wird es dem Silverlightentwickler leicht gemacht, zukünftig Metro-Apps mit WinRT zu programmieren.
Letztlich muss man sich aber wieder intensiv mit der neuen Klassenbibliothek auseinandersetzen und die neuen Konstrukte verinnerlichen und erneut best practises entwickeln. Sicherlich werden die ersten kommerziellen Projekte noch etwas auf sich warten lassen. Es bleibt also genug Zeit sich mit der neuen Technologie zu beschäftigen und erste Erfahrungen zu sammeln.
Ich möchte an dieser Stelle aber auch nicht unerwähnt lassen, dass einige Grosskonzerne auf Silverlight für LOB-Applikationen gesetzt haben. Diese werden über den Technologieshift sicherlich alles andere als glücklich sein, da eine weitere Migration und damit ein erneutes Investment getätigt werden muss, um weiterhin “State of the Art” zu sein.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass bei diesen Firmen die nächste strategische Entscheidung zugunsten von HTML5 getroffen wird, um nicht von Microsofts weiteren Technologiekapriolen betroffen zu sein. Auch unter diesem Aspekt wird es unvermeidlich sein, sich auch mit HTML5 auseinander zu setzen. Sicherlich ist man mit der Kombination aus WinRT und HTML5 bestens für die Zukunft gerüstet. Denn eines steht fest: Applikationen werden in unserer global vernetzten Welt mehr und mehr ins Internet bzw. Intranet verlagert. Webtechnologien werden aus diesem Grund weiterhin an Bedeutung gewinnen.

